Eine Welt ohne Geld

Quelle: The Venus ProjectHey, wer hat die Sonne ausgeknipst!?

Ein Mensch wird geboren. Er sucht sich seine Existenz nicht aus. Er kommt in die Welt und wenn er Glück hat, landet er dort, wo es sich einigermaßen leben lässt. Das neugeborene Lebwesen holt Luft und tut den ersten Schrei. Ab jetzt unterliegt es der Schwerkraft, ist abhängig von seinen Eltern und dem, was der Planet ihm bietet: Nahrung, Wasser, Sauerstoff, Sonnenlicht. Es genießt den Schutz durch die Eltern, wird gefüttert, gebadet, geliebt und erzogen. Uhrzeiten, Kosten, Räume: das alles ist ihm unbekannt. Es würde den Sinn von Geld, Terminplänen und räumlicher Begrenzung nicht begreifen, würden wir Erwachsenen dies nicht im Laufe seines Lebens vermitteln (müssen).

Irgendwann stellt ein Kind Fragen. Zum Beispiel: Warum musst du arbeiten? Wieso müssen wir im Supermarkt mit Geld bezahlen? Werden Menschen aufgegessen, wenn sie sterben? Wie ist unsere Erde entstanden? Warum müssen wir pünktlich sein? Warum ist am Freitag nicht frei?

Als Kinder finden wir uns mit den meisten Dingen irgendwann ab. Weil sie gegeben sind und weil die gesellschaftlichen Systeme eine bestimmte Art des Lebens voraussetzen. Wir integrieren uns recht problemlos in Abläufe und Normen, weil die Notwendigkeit, sich damit auseinanderzusetzen, zunächst nicht gegeben zu sein scheint.

Die rohen Wilden

Das Wissen um unsere „primitiven“ Vorfahren und wie sie gelebt haben mögen, beziehen wir aus archeologischen Funden und dem Beobachten der noch verbliebenen Völker, die in den letzten Rückzugsgebieten dieser Erde existieren. Hier finden wir Gesellschaften vor, die wie zu prähistorischen Zeiten leben. Ein Beispiel sind die Yanomami*, die eine egalitäre Gesellschaftsform haben insoweit sie nicht bereits den westlichen Zivilisationen nacheifern.

Dies bewirkt, dass man als urbanisierter Mensch irgendwann darüber nachzudenken beginnt, warum man für die Nutzung der natürlichen Ressourcen der Erde eine Gegenleistung zu erbringen hat. Betrachtet man den Menschen als Teil der Natur, in dem er sich gleich den anderen Lebewesen bewegt und behauptet, ist die Frage zulässig, wieso das Zugreifen auf Nahrung, Wasser und Unterkunft nicht etwas ist, das man selbstverständlich und ohne eine Leistung an einen anderen einfach so beanspruchen dürfte.

Denn in der Tat hat niemand das Recht, die uns zum Leben notwendigen Mittel vorzuenthalten oder dafür eine wie auch immer geartete Leistung von uns zu fordern. Es gibt darum ein unbedingtes Recht auf Boden, Wasser, Luft und Licht.

Auf die Idee, Geldzahlungen für das Sonnenlicht zu fordern, ist tatsächlich noch niemand gekommen. Man stelle sich vor, wir müssten eine Lichtsteuer entrichten. Niemand würde das einsehen. Warum nicht? Weil Licht vorhanden ist und weil niemand in der Lage ist, die Sonne auszuknipsen. Ganz einfach.

Das gehört mir!

Wohl ist der Mensch aber in der Lage, sich den Boden oder das Wasser anzueignen. Kriege und Vertreibungen aufgrund von „beherrschbaren“ Ressourcen hat es demnach immer gegeben. Dennoch ist davon auszugehen, dass in arachaischen Zeiten verfeindete Völker selbstverständlich nicht gedacht haben können, dass ihnen eine Wasserquelle wirklich gehörte, sondern, dass sie etwas verteidigten, von dem sie meinten, es genüge nicht für alle.

Die Verteidigung von Besitz, um nicht allein das eigene Überleben zu sichern, sondern den Besitz dafür zu nutzen, sich zusätzlich zu bereichern, ist darum eine recht „neue“ Entwicklung in der Menschheitsgeschichte. Dass der Mensch tatsächlich auf die Idee verfallen konnte, einen Gegenwert für etwas zu fordern, das die Natur allen Lebewesen schenkt, ist der Mathematik zu verdanken. Menschen, die keinen „Ich“-Begriff haben oder keine Ausdrucksform für privaten Besitz haben, kennen sich auch mit Zahlen nicht aus. Alles gehört allen, die zur Gemeinschaft aller zählen.

Der Yanomami-Forscher Heinz Kindlimann (TV-Doku 3Sat) stellte in seinen zahlreichen Dokumentationsreisen in die Urwälder von Venezuela und Brasilien fest, dass die Menschen nur bis zur Zahl Zwei „rechneten“. Dies mag man zunächst als unwichtig abtun, doch steht es der allgemeinen Anschauung entgegen, dass Menschen von Natur aus egoistisch geprägt sind und Ichbezogenheit Teil ihrer Natur ist. Vielmehr ist der Mensch ein Produkt seines Umfeldes – dieses prägt ihn in weitaus höherem Maß, als seine genetische Veranlagung. Gier und Korruption als gegeben hinzunehmen, ist eine Schlussfolge aufgrund unserer bestehenden Gesellschaftssysteme, da die Systeme Alternativen nicht zulassen.

Straftaten, Völkermorde, Kriege, Auseinandersetzungen, Streitigkeiten – also alle ausgeübten Gewalttaten – beruhen auf dieser Tatsache. Alles zahlt ein auf die künstliche Aufrechterhaltung eines Mangels und trägt damit allein dem Geld-System Rechnung.

Leben ganz ohne Geld? Ein Zukunftstraum!

Geld ist in unserem derzeitigen System etwas, das wir alle zum Überleben benötigen. Was geschähe, wenn man sich das Geld weg denkt? Dies stellt eine ziemliche gedankliche Anstrengung dar, denn wenn man beginnt, ein solches Szenario theoretisch denken zu wollen, stößt man sehr schnell an seine gedankliche Vorstellungskraft.

Dennoch ist dies notwendig, um nachvollziehen zu können, dass die gegenwärtigen Verhältnisse auf einer künstlichen Verknappung eigentlich von im Übermaß vorhandenen Ressourcen beruhen. Dass wir nun an einem Punkt angelangt sind, wo die Wissenschaft feststellt, dass diese Ressourcen nicht mehr für die gesamte Weltbevölkerung ausreichen, verschärft die Verknappung anstatt sie einzudämmen. Hätten wir zu jeder Zeit an jedem Ort dieser Welt eine allen zugängliche Versorgung mit Existenzgrundlagen gewährleistet, was wäre dann? Wir lebten bereits heute in der Zukunft.

Doch zurück in die Vergangenheit und Gegenwart: Die Inbesitznahme von Land, die Ausbeutung von Bodenschätzen und Bevölkerungen führte dazu, Territorien und Grenzen abzustecken. Der Mensch, der sich als Individuum mit Hilfe seiner forschreitenden technischen Mittel und Mobilität in alle Winkel dieser Erde wagte und dort neue Besitztümer beanspruchte. Der menschliche Irrtum beruhte darauf, zu glauben, dass natürliche Ressourcen für immer und alle Zeiten im Überfluss vorhanden sein würden. Hätte man erkannt, dass eine Selbstbeschränkung nötig gewesen wäre, um einer so radikalen Ausbeutung von Natur Einhalt zu gebieten: siehe Zukunft.

So scheint es unglücklicherweise notwendig gewesen zu sein, dass wir bis zu diesem Punkt ohne Unterlass voranschreiten mussten, um erst (oder schon, je nachdem) in diesem Jahrhundert zu erkennen, dass es tatsächlich so etwas wie natürliche Grenzen gibt. Es gab an irgendeinem Punkt in der Geschichte des Menschen einen Point of no return.

Den meisten Aufgeklärten scheint es heute selbstverständlich, dass wir die Natur schützen müssen, doch würden wir das nicht erkannt haben, wenn wir uns nicht vorher als Verursacher von Umweltkatastrophen und Menschenrechtsverletzungen identifiziert hätten.

Man hat nun damit begonnen, den ursächlichen Zusammenhang zwischen Umweltverschmutzung und Geld-System zu formulieren. Geld ist die Triebfeder allen Handelns. Die Kriminalität innerhalb der Währungszivilisationen beruhen nahezu zu hundert Prozent darauf. Einbrecher steigen in fremde Häuser ein, Beschaffungskriminelle brauchen es, um Drogen oder Schulden zu bezahlen, Unternehmen sind wirtschaftlich kriminell. Angeklagte töten Richter, Demonstranten verletzten Polizeibeamte und umgekehrt, weil man gegen oder für Atomkraft oder Sozialabbau kämpft.

Atomkraft ist nichts weiter als eine Geldbeschaffungsindustrie, genau wie der Großteil aller Technologien und „modernen“ Geräte, die wir produzieren. Es geht weder um Soziales, noch um Humanität, noch um Kooperation. Alles ist dem Geld unterworfen. Es werden Kriege finanziert, mit Waffenhandel stärkt man ganze Wirtschaften, mit der Kontrolle von Boden unterwirft man schwächere Regierungen den stärkeren. Diese stationieren sich, um in Reichweite ihrer benötigten Bodenschätze zu befinden. Straßen, Schiffs- und Luftwege unterliegen territorialen Bestimmungen – alle Handelswege sind aus einem einzigen Grund erschlossen: um die Geldquellen am Laufen zu halten. Sie sind nicht erschaffen worden, um den Menschen Wohlstand und Frieden zu geben.

Jedwede Form von Wirtschaft beruht auf Geld. Es gibt tatsächlich keinen einzigen Bereich des materiellen Lebens, der unbezahlt ist. Allein die immateriellen Dinge wie Sonnenlicht und Sauerstoff sind verblieben. Es gibt NICHTS, was wir den armen Völkern dieser Erde tatsächlich schenken. Jede Hilfslieferung, jede Medizin, alle Organisationsleistungen und selbst Bildungseinrichtungen kriegen die Entwicklungsländer nicht umsonst. Sie zahlen seit langer Zeit einen Preis dafür. Sie arbeiten unter menschenunwürdigen Bedigungen, wenn wir ihnen diese Arbeit geben. Sie müssen ihren eigenen Grund und Boden für ihre Staatsverschuldung verschleudern, sie öffnen ihre Bodenschätze den reichen Nationen. Notgedrungen.

Konfrontiert mit diesen Tatsachen und Informationen machen wir alle einen großen Fehler. Wir fragen nach dem „WER“. Dabei vergessen wir, die alles entscheidende Frage zu stellen, nämlich nach dem „WARUM“ – die Wer-Frage beinhaltet keine Antworten, bis auf die, dass man Schuldige ausmacht, die es zu bestrafen gilt. Selbstverständlich wird sich niemand schuldig bekennen und es in der Tat auch nicht sein, denn wie soll man Menschen dazu bringen, etwas zu ändern, wenn scheinbar die ganze Welt nach dem Prinzip von Geld funktioniert?

Verstehen wir erst einmal das „warum“, dann öffnet sich eine neue Tür. Dahinter verstecken sich viele „darums“ und „weils“. Wir sind unfähig zur Kooperation, weil wir durch Geld in künstlich verknappten Verhältnissen leben, die ein Freisetzen von Innovation und Kreativität auf dem Gebiet der Technik und Nachhaltigkeit stark ausbremsen. Wie kommt es aber, dass sich Menschen dennoch hinsetzen und Neues erfinden, Alternativen für umweltfreundliche Energiegewinnung heraufbeschwören. Weil sie Augen im Kopf haben. Weil sie aufgepasst haben im Physikunterricht, weil sie die natürlichen Abläuf beobachtet haben. Weil sie fühlen wollen und Lösungen herbeisehnen.

Na, logisch!

Klar, man haut sich gegen die Stirn, wenn einer ankommt und sagt: „Schau, ich habe am Strand gesessen und die Wellen beobachtet. Da spielt sich vor meinen Augen die Kraft der Gezeiten ab, riesige Wassermengen bewegen sich von ganz allein, das Wasser muss nicht angetrieben, umgeleitet oder gestaut werden. Ich sitze am Ufer und bewundere die Wellen, sie stehen niemals still. Das ist reine Energie!“ Und dann denkt man nach. So neu ist das gar nicht. Hat man doch Mühlen schon früher an Wasserläufen gebaut, die flussabwärts den natürlichen „Flussbetrieb“ nutzten. Einfach ein Rad hinein und schon dreht sich die Sache.  Nun müsste die Devise lauten, nicht in übertriebenen Aktionismus zu verfallen und gut zu überlegen, wie man eine solche Erkenntnis real umsetzt.

In der Vergangenheit machten wir den Fehler, eine Entdeckung zu machen und dann wie die Berserker mit dem Bauen zu beginnen. Dabei planierten wir Landschaften, verschmutzten Gewässer und vertrieben alles Leben aus dem nahen Umfeld. Elefanten im Porzellanladen. Da ruft einer „ich hab eine Idee!“ und alle wollen die Schnellsten sein. Holt’s euch, Leute!

Ist es denn wirklich so schwer, abzuwarten, die Umgebung gründlich zu untersuchen, zu schauen, wo man gräbt, wen man stört und was man dabei verdrängt? Wenn der Mensch in der Lage ist, ausgeklügelte Technik zu schaffen, dann darf er sich selbst unterstellen, auch so clever zu sein, die Umwelt in seine Betrachtungen und Baupläne einzubeziehen. Doch das Geld steht ihm im Weg herum oder es ist nicht da, wenn man es am nötigsten braucht.

Warum trotzdem Grundeinkommen?

Zunächst mal darf man sich fragen, wie das Geld-System überhaupt zu beseitigen ist. Der erste Gedanke lautet: Gar nicht. Die folgenden Gedanken richten sich auf die momentane Situation. Wir ahnen, dass Finanzkrise und Wirtschaftskrise etwas damit zu tun haben. Tatsächlich gibt es wohl eine sehr schmerzliche Einsicht: Entweder schaffen wir es, eine langsame Evolution der Menschheit (die noch immer primitiv ist), zu bewirken, dann ist ein Grundeinkommen der richtige Weg, um dem Geld auf Dauer seinen angemessenen Stellenwert zu geben (Grundeinkommen ist bloß ein Ersatz für Essen, Unterkunft und gesellschaftliches Miteinander). Es möge die Hoffnung darauf beruhen, dass das Grundeinkommen ein neues Bewusstsein für den Umgang mit Geld schafft und dass man nach und nach darauf kommt, dass nicht Geld verteilt, sondern ein freier Zugang zu den Ressourcen geöffnet werden muss.

Das Grundeinkommen könnte darum als Übergangslösung in eine neue Form der Gesellschafsordnung münden, um zu höheren Erkenntnissen zu gelangen.

Während das System sich zerstört, gibt es viel zu tun

Oder wir stolpern weiter als Fremdgesteuerte durch die Systeme, bis sie sich selbst zerstören. Wir sind auf einem rasanten Weg dahin. Wer nachdenkt und nach Ursachen und nach dem Warum fragt, wird unweigerlich wissen, dass eine Zerstörung der Systeme der andere Ausweg ist. Doch nicht die Menschen sind es, die dies tun, sondern die Systeme kanibalisieren sich quasi selbst. Da sie keiner natürlichen Ordnung unterliegen, ufern sie ins Endlose aus.

Was soll denn auch eine Schuldenuhr oder Staatsverschuldung anderes sein, als virtuelle Zahlen, vor denen wir uns ängstigen lassen? Nullen und Einsen in Computern. Dieses Geld ist nirgendwo vorhanden. Es ist in Wirklichkeit niemandem geschuldet, es wurde in Wirklichkeit von niemandem real erwirtschaftet. Es ist die höchste artifizielle Kunstform von Geld.

Gleichzeitig ist es die grausamste Form von Schuldung, die je auf unserem Planeten aufgestellt worden ist. Zinsen existieren nicht wirklich, es gibt in der Welt des Materiellen nichts, was Zinsen rechtfertigt. Es gibt keine Zinsen. Sie sind ein geschaffenes Instrument, um Geld und seine Besitzer – den Banken – uneingeschränkte Macht zu verleihen. Die Geldinhaber verstehen das selbst längst nicht mehr. Sie befinden sich im Inneren der Virtualität und haben keine Ahnung, dass sie die Verursacher von Krieg und Zerstörung sind. Sie wissen es nicht besser. Denn wüssten sie es, dann würden sie sich anders verhalten. Sie sind Gefangene eines Systems, das vor ihrer Zeit erschaffen wurde, von Menschen, die nicht absehen konnten, wie sich das alles entwickeln würde.

Man darf hier also nicht auf der „Wer“-Frage herumpochen. Diese Frage löst Wut, Frustration und Destruktivität aus. Vor allem verhindert sie geistige Entwicklung.

Es gilt, sich um die Lösungen zu kümmern. Diese Lösungen bieten nicht die alten Institutionen, am wenigsten werden sie vonseiten der Politik kommen. Auch nicht von allen anderen etablierten Gruppierungen, denen es allein um den Selbsterhalt geht. Man muss sich vorher aus diesen Mustern herausgelöst haben, um neue Wege zu beschreiten. Wer nicht selbst auf Lösungen kommt, darf sich helfen lassen.

Es geht nicht darum, irgendwen oder irgendwas abzuschaffen. Es geht einzig und allein darum, etwas Neues, Schonendes, Andersartiges und Friedliches zu ER-schaffen, um die ausgedienten Prinzipien abzulösen. Nicht durch Kampf, sondern durch Zusammenarbeit und Zusammenschluss.

Es geht auf keinen Fall darum, religiösen Glauben an eine neue Technik zu verbreiten oder nun endlich eine allumfassende Lösung gefunden zu haben. Die gibt es nicht, wird es nie geben. Der Mensch ist immer nur so weit, wie er sich gerade entwickelt hat. Was heute bahnbrechend ist, kann morgen schon ein alter Hut sein. Die Dinge und Besitztümer müssen nicht bis aufs Blut verteidigt werden, um Erkenntnisse unbedingt durchdrücken oder unterdrücken zu müssen. Solche Intentionen entstehen immer nur dann, wenn die Erkenntnisgewinnung vom Geld abhängig ist. Kann sie sich davon befreien, erhält sie einen komplett anderen Sinn und Nutzen. Sie kann ihre wahre Stärke entfalten.

Hier ein sehr interessanter Film zu diesem Thema: „Zeitgeist Addendum“ – der Film löst gedankliche Sperren auf, wirft aber auch andererseits sehr viele neue Fragen auf. Die gilt es, zu beantworten. Und neue zu stellen. Dahinter steht das „Venus Project“, Begründer dieses Projets ist Jacque Fresco, der hier bereits auf der Seite „Fiktion“ in einem Kurzfilm auftaucht.

Mir persönlich hat es geholfen, darüber nachzudenken, wie ich meiner beruflichen Lufbahn neue Impulse verleihen könnte.

* Zu diesem Artikel erreichte mich am 01. Juli 2010 eine e-Mail:

Sehr geehrte Frau Reglin-Hormann,

mit großem Interesse haben wir Ihren Blog „welcome the future“ gelesen und würden Sie gern auf die Arbeit von Survival International aufmerksam machen – wir sind eine internationale Menschenrechtsorganisation, die sich für indigene Völker weltweit einsetzt.

Wir beschäftigen uns mit Themen wie sozialer Gerechtigkeit, Klimaschutz, Nachhaltigkeit und setzen uns ein für Freiheit, in dem wir auf Menschenrechtsverletzungen an und Bedrohung von indigenen Völkern hinweisen.
Wir veröffentlichen immer wieder Meldungen z.B. zu dem Volk der Yanomami, welche auf ihrem Land durch Minenarbeiter bedroht werden. Lesen Sie hier mehr dazu: http://www.survivalinternational.de/nachrichten/5765

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12 responses to this post.

  1. Sehr schön geschriebener Artikel! Erhellend! Danke! Wer ist der Autor?
    Unter Freunden und Verwandten leiht man sich Geld ohne Zins. Einem Fremden mit Zins. Warum? Ich glaube hier liegt der Knackpunkt: Freund –> Vertrauen ; Fremder –> Mißtrauen. Das Verleihen von Geld an Fremden wird als Dienstleistung aufgefaßt und für das Riskio, den Verwaltungsaufwand und das Stillhalten verlangt man einen Obulus. Ist es nicht legitim für eine Dienstleistung einen Obulus zu verlangen? Hinter der Idee eines Lebens ohne Geld steckt die Idee eines Lebens ohne Fremde. Alle sind Freunde und helfen einander, ohne einen Obulus zu verlangen. Alles beruht auf Tausch oder Schenkung. Ist diese Welt globaler Freundschaft möglich? Ist das natürlich? Sind im Urwald alle Lebewesen Freunde?
    Herzliche Grüße, Christoph

    Antwort

  2. Lieber Christoph,
    der Autor bin ich:-)
    Danke für diesen wichtigen Hinweis zum Thema Geld leihen und Zins. Es stimmt. Meine Freunde und Verwandten würden von mir nie einen Zins verlangen. Sie verlangen nicht mal eine Rückzahlung.

    Geld wird bestenfalls benötigt, um in die eigene Zukunft zu investieren. Im schlechtesten Fall, um Schulden zu begleichen, die man durch die Anschaffung von Materiellem anhäuft. Konsumgüter als Schuldengrund sind in etwa die unsinnigsten Schulden, die man machen kann. Denn die Güter, die wir in der heutigen Zeit erwerben, sind bereits mit der Bezahlung an der Kasse nichts mehr wert. Oder machen nur noch eine lächerliche Summe ihres Einkaufswertes aus. Das muss im heutigen System so sein, damit Profit und Konsum sich stets die Waage halten.

    Menschen versichern darüber hinaus ihre „Risiken“: Alter, Krankheit und Arbeitslosigkeit. Alle Versicherungsformen zahlen also in ein künftiges mögliches Risiko ein. Damit pumpen Verbraucher Milliarden Summen in die Systeme. Sie geben ihr Geld, damit Versicherer und Banken damit spekulieren oder es verleihen können. Ich werde aufhören, das zu unterstützen und meine Versicherungen, die ich für meine Altersvorsorge abgeschlossen habe, aufkündigen und mir – mit wahrscheinlichem Verlust, aber das ist egal – die Summen „zurückkaufen“ – auch ein seltsamer Begriff, weil es ja immerhin noch mein Geld ist. Stattdessen werde ich etwas Sinnvolleres damit anfangen: es ausgeben. Es wird ohnehin so sein, dass bei der nächsten schlimmen Krise und einem bestimmten Punkt, an dem es psychologisch in unseren Köpfen klickt, einen Wettlauf auf gehortetes Geld geben wird. Da bin ich mir ziemlich sicher. So lange ich also innerhalb dieses Geldsystems leben muss, gebe ich es lieber selbst aus, als andere damit machen zu lassen.

    Das Risiko Alter lässt sich darüber hinaus nicht versichern. Wir alle haben nur eine Versicherung gegen das Alleinsein und für die Betreuung, die wir später mal benötigen: Unsere Angehörigen und Freunde. Riester, Lebensversicherung & Co werden uns dann nicht helfen.

    Dass wir alle Freunde werden, ist ein schöner Wunsch. Ich denke, ich beschränke dieses „alle“ einfach auf meinen eigenen sozialen Kreis. Und je nachdem, wie kooperativ oder unkooperativ ich mich hier verhalte, sind die Menschen mir wohlgesonnen oder umgekehrt.

    Abseits des Geld-Systems stelle ich mir vor, dass sich ein neues Bewusstsein durchsetzen wird, das uns weniger in den Kampf führen wird, das Zusammenleben insgesamt mehr auf zwischenmenschliche und natürliche Belange konzentriert sein darf, weil niemand sich an irgendwem oder irgend etwas bereichert. Es gäbe keinen Grund mehr dafür. Ohne dieses Treibmittel Geld entfallen Motive, die sich auf Hortung, Inbesitznahme und Ausbeutung bzw. kriminelles Agieren beschränken. Statt den Umweg über Geld zu nehmen, um Probleme zu lösen, beschreiten wir den direkten Weg.

    Antwort

  3. Ein bewegender Bericht zu einer Zukunft ohne diese Geld-und Machtsucht, wie ich sie mir auch wünsche.-
    Ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle Menschen wäre möglicherweise die Lösung. Es gibt ja in Afrika bereits ein Pilotprojekt, das erfolgreich läuft
    (s.>> http://www.vemission.org/vem-in-drei-kontinenten/vem-in-afrika/grundeinkommen-in-namibia ).

    Herzlichen Gruß
    Petra

    Antwort

  4. Posted by renneh on Juni 7, 2010 at 10:13 am

    Ja, daß wäre eine schöne, neue Welt!

    Traurig nur, daß man die Zeit in Europa in der es tatsächlich kein Geld gab heute nur noch ‚Finsteres Mittelalter‘ nennt.

    Und was macht man mit den Menschen, die kein neues Bewußtsein erlangen? Die weiterhin faul sind, und neidisch? Gefräßig, und zu Wutausbrüchen neigend? Die nur an sich denken und an ihren Vorteil?

    Das Grundeinkommen entmündigt den Einzelnen. Wie ein Kind, daß von seinen Eltern Taschengeld bekommt macht es ihn abhängig vom Staat. Das Ergebnis ist Stumpfsinn, Suff, Gewalt.

    Antwort

    • @ renneh

      Wir sind immer abhängig
      (d. h. wir können uns in einer absoluten Fremdversorgungsgesellschaft
      nicht selbst versorgen).

      Solange es kein BGE gibt, bleiben die meisten Menschen lohnabhängig.
      Ein BGE würde die Menschen aus dieser Lohnabhängigkeit befreien
      und sie somit unabhängiger machen.

      Antwort

  5. Natürlich gab es im Mittelalter schon Zahlungsmethoden – sie sahen nur anders aus als heute. Es gab Einnahmen durch Privatbesitz und über die Erträge durch Landwirtschaft, Jagd, Viehzucht, Fischerei etc.
    Könige erhoben Kopfsteuern auf ihre Bürger.
    Später gab es Steuern, den „Zehnten“, den der Bauer an seinen Großgrundbesizter oder anderen Machthaber entrichten musste.

    Geld ist bloß ein Ersatz für diese Art der Zahlungsmethoden. Geld muss man deshalb gleichsetzen mit Besitz. Und den hat es weit vor dem Mittelalter gegeben. Nämlich immer dann, wenn eine Gruppe Menschen einer anderen Gruppe Menschen etwas entwendete oder ihr Land und ihre Ressourcen sowie die Menschen in Besitz nahm.

    Nun anzunehmen, dies sei ein „natürliches“ Verhalten des Menschen, ist sehr verführerisch. Unser System zwingt uns in diese Form des Denkens, weil wir es als heute Lebende nicht anders kennen und es uns geschichtlich genauso erklären. Praktisch haben wir keine Erfahrungen damit, uns eine Welt ohne Besitz (Geld) vorzustellen.

    Nun steht dem die Evolution entgegen – nämlich die Evolution des Menschen. Er sieht, dass Ursachen für Kriege in der Vergangenheit stets dieselben waren: Angefangen bei Ur-Völkern bis hin zur Gegenwart. Besitz und Ressourcen zu regeln, sie zu verwalten und Grenzen abzustecken.

    Erfahrungen im Sinne einer befreiten Menschheit hat noch niemand gemacht. Darum scheint sie unvorstellbar. Wenn wir tatsächlich nur feindlich statt freundlich können, dann wären wir auch nicht in der Lage, uns gedanklich überhaupt eine andere Ordnung außerhalb des Geld-Systems vorstellen zu können. Dennoch haben wir diese Imagination.

    Ich habe eine Frage an Sie:

    Was täten Sie, wenn man Ihnen ein Stück fruchtbares Land schenkte, an einem Fluss gelegen, am Rande eines Waldes?

    Antwort

  6. Es gab sogar schon lange vor dem Mittelalter Geld.
    Bereits in der Antike gab es Münzgeld;
    ebenso Zinsen. Diese wurden erstmals im antiken Griechenland
    von Geldwechslern in den griechischen Häfen erhoben.

    Quell (bzgl. Münzgeld) http://de.wikipedia.org/wiki/Geld#M.C3.BCnzgeld

    Quelle (bzgl. Zinsen) http://de.answers.yahoo.com/question/index?qid=20070913101023AA0F5Pv
    (bzw. ‚WAS IST WAS Band 78: Geld‘)

    Antwort

  7. „Sie sind Gefangene eines Systems, das vor ihrer Zeit erschaffen wurde, von Menschen, die nicht absehen konnten, wie sich das alles entwickeln würde.“ Dies ist der einzige Punkt, dem ich nicht unbedingt zustimmen würde. Ich glaube, das die Erfinder/Gründer dieses Zins-Systems sehr genau wussten, was sie dort tun.
    Aber ich mag mich irren.

    Antwort

  8. Sie wussten definitiv was sie taten, es sind nicht umsonst noch immer die selben Familien hinter dem Vorhang, wie schon vor 100 Jahren. Auch wenn mir der Artikel etwas aufgedunsen vor kam, ist es dennoch schön endlich mal etwas durchdachtes zu lesen. Es läuft doch alles darauf hinaus einfach mal die richtigen Fragen zu stellen. Und so traurig das auch ist, die Fragen enden immer beim Geld.

    Ein BGE wäre definitiv ein guter Anfang, solange man sich darüber im klaren ist, dass dies nur einen winzigen Teil der Probleme löst. All die Korruption, all die künstliche Knappheit und dergleichen würde es weiterhin geben. Im Endeffekt läuft alles darauf hinaus, das Geldsystem abzuschaffen. Zumindest wenn die Spezies Mensch noch ein paar Jahre überleben will…

    Antwort

  9. Posted by Haas, Dieter on September 12, 2010 at 10:08 am

    Frage: Gab es schon einmal eine „LIchtsteuer“???

    mfg. D.Haas

    Antwort

    • Nein, meines Wissens nach gab es noch nie eine Lichtsteuer. Mir schien die Erfindung einer solchen Steuer beispielhaft für die vielen absurden Steuerarten aus Vergangenheit und Gegenwart.

      Antwort

  10. Posted by Manuela s. on September 26, 2012 at 6:18 am

    Ein Grundeinkommen ist für die Lösung der Probleme nicht der richtige Weg.
    Solange es Geld gibt werden unnötige Kräfte in die Aufrechtarhaltung des Geldsystems investiert. Da wird Papier für Geld, Rechnungen, Lieferscheine und Ordner benötigt. Es gibt Büros, Versicherungen,Krankenkassen, Finanzämter, Gerichte und Banken, Alles voll ausgestattet. In den Geschäften gibt es Kassen. Und natürlich muß auch alles transportiert und später wieder entsorgt werden! Und der größte Teil aller Straftäter sitzt im Gefängniss, weil das Geld und die Habgier sie dahin gebracht haben. Wenn das Alles wegfällt, kann die Geselschaft auch leicht den Faulpelz verkraften, tut Sie ja jetzt auch. Und manch Einer, der jetzt zu Hause sitzt würde dann wieder was tun. Da denk ich an Behinderte, Rentner und Leute die heut in Ihrem Beruf weniger als Harz IV verdienen würden. Und auch der massenhafte Schund für Schlußverkäufe, würde nicht mehr produziert. Und ich denke, das es einige Erfindungen gibt, die heute Profit verhindern würden (z.B. Autos mit viel weniger Verbrauch) und deshalb nicht produziert werden. Dann gibt es noch die Sache mit den Re-importen. Also ein Produkt wird erst von A nach B transportiert und dann wieder zurück. Schon Irrsinn! Wenn man dann noch über Lebensmittelvernichtung, Genmanipulationen und Massentierhaltung unter schlimmsten Bedingungen nachdenkt, kann man nur zu einem Schluß kommen: Das Geld muß ganz verschwinden!

    Antwort

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